Was tun gegen Nacktschnecken?

Ein frischer Salat aus dem eigenen Garten? Wer freut sich nicht darüber? Schade nur, wenn Nacktschnecken sich bereits daran gütlich getan haben. Hier ein paar Tipps, um die lästigen Plagegeister loszuwerden:

 

Allgemeine Tipps zur Vermeidung von Schneckenbefall:

  • Bereits frühzeitig im Jahr mit der Bekämpfung der Schnecken beginnen. So vermeidet man die Vermehrung und dezimiert nachfolgende Generationen.
  • Das Gemüse an Sommertagen am besten morgens bewässern. So wird den Schnecken die Fortbewegung erschwert, da diese nachtaktiv sind und der Boden dann wieder abgetrocknet ist.

Von Hand einsammeln:

Was sich sehr mühsam anhört und sicher auch zunächst ist, ist das Einsammeln der Schnecken per Hand. 

Um sich das Sammeln zu erleichtern, kann man die Schnecke z. B. mit dem Anbau von Tagetes oder Senf an wenigen Stellen im Beet ködern. Bewährt hat sich aber besonders das Auslegen von hohlliegenden Brettern in regelmäßigen Abständen. Hier verkriechen sich die Schädlinge tagsüber gern und können leicht abgesammelt werden.

Die Schnecken können dann mit der Gartenschere oder in einem Eimer mit Wasser und Putzmittel getötet werden - letzteres entwickelt jedoch recht schnell einen sehr unangenehmen Geruch und ist nichts für empfindliche Nasen.

 

Schneckenzäune oder Schneckenbleche:

Im Baumarkt und Fachhandel sind mittlerweile verschiedene Arten von Schneckenzäunen (aus Kupfer, das die Schnecken meiden) und Schneckenblechen zu bekommen. Diese werden um das Beet herum aufgestellt und verhindern ein Hineingelangen der Schnecken.

 

Hochbeete anlegen:

Hochbeete sind nicht nur ein Blickfang und erlauben das Arbeiten in aufrechter Haltung, sie schützen das Gemüse auch vor unliebsamen Gästen.

 

Schneckenbarrieren aus Gel:

Auch im Fachhandel zu erhalten sind Schneckenbarrieren aus Gel, die um das Beet ausgebracht werden können. Diese wirken rein physikalisch, sind regenfest und giftfrei und daher gut zu empfehlen.

 

Schneckenkorn:

Eine sehr wirksame, aber leider giftige Möglichkeit, den Schnecken den Prozess zu machen, ist das Ausbringen von Schneckenkorn. Zu beachten ist hierbei der Hinweis auf der Verpackung, dass das Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis bzw. Eisenverbindung beruht. Dieser Wirkstoff ist unschädlich für den Boden und die meisten Tiere.

VORSICHT ist geboten, wenn man im Garten Hunde oder Katzen laufen hat, da hier äußerste Lebensgefahr bei der Aufnahme des Giftes besteht!

 

Natürliche Feinde der Nacktschnecken fördern:

Igel, Spitzmäuse, Amseln, Stare und Elstern gehören zu den natürlichen Feinden der Nacktschnecken. Mit der Förderung dieser nützlichen Gartenbewohner durch z. B. Unterschlupfmöglichkeiten für Igel oder Hecken zum Brüten für Amseln, kann man der Schneckenplage Einhalt gebieten.

 

Zudem sind Laufenten und Hühner wirksame Helfer gegen die kleinen Schleimer. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Haltung nicht überall erlaubt ist und eine artgerechte Unterbringung gewährleistet sein muss.

 

Auch andere Schneckenarten bieten gute Möglichkeiten der Eindämmung. So ist beispielsweise der Tigerschnegel, eine Raubschneckenart, ein nicht allzu bekannter, aber sehr gewinnbringender Gast im Garten. Da er sich von Nacktschnecken, deren Eiern und abgestorbenen Pflanzenteilen ernährt, ist er ein toller Helfer gegen die Schädlinge. Mittlerweile können Tigerschnegel im Internet erworben und dann im heimischen Garten angesiedelt werden.

 

HINWEIS: Die meisten Gehäuseschnecken sind so gut wie unschädlich für unser Gemüse, da sie hauptsächlich abgestorbene Pflanzenreste vertilgen. zu beachten ist besonders, dass die Große Weinbergschnecke unter Naturschutz steht und sogar die Eigelege der Nacktschnecken frisst, womit auch sie zu den nützlichen Gartenbewohnern zählt.

 

Kalk oder Sägemehl ausstreuen:

Das Ausstreuen von Kalk ist ebenso eine Möglichkeit gegen Nacktschnecken vorzugehen wie das Ausbringen von grobem, trockenem Sägemehl. Das Kalken ist jedoch nur bei Pflanzen möglich, die nicht selber Schaden dadurch nehmen. Eine langfristige Anwendung ist jedoch kaum möglich, da der pH-Wert des Bodens stark erhöht wird. Außerdem wird spätestens beim nächsten Regen oder Gießen die Wirkung dahin sein. Dies gilt auch für das Sägemehl, so dass beide Lösungen an sich nicht praktikabel sind.

 

Bierbecher aufstellen:

Ein alter Trick ist es, Plastikbecher einzugraben und diese zu 3/4 mit Bier zu füllen. Die Nacktschnecken werden dadurch angelockt und sollen im Bierbad ertrinken. Der große Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass Nacktschnecken aus einem sehr großen Einzugsgebiet angelockt werden (z. B. vom Nachbargrundstück) und oftmals nicht wie gewünscht im Bier ertrinken. Dieses verdunstet nämlich an warmen Tagen recht schnell und führt daher schnell zum gegenteiligen Effekt: hinterher hat man mehr unerwünschte Besucher als vorher, die sich über das Gemüse hermachen.